Der Steppenwolf 

Schauspiel nach Hermann Hesse

Mittwoch, 13.3.2019, Beginn 19:30 Uhr, Stückeinführung 19.00 Uhr

Eintritt: 22 €, ermäßigt 14 €, Schüler in Gruppen 7 €, VRM-Mitglieder frei 

Der Steppenwolf, das ist der fast fünfzigjährige Harry Haller, ein Außenseiter und Einzelgänger, ein Intellektueller und Sinnsucher, der in einer tiefen Lebenskrise steckt. Er bewundert die Heroen der bürgerlichen Kultur wie Goethe und Mozart, schätzt die saubere Gemütlichkeit, die ihm die Mansarde seines biederen Vermieters bietet, hat aber für die Pflichten und Institutionen der bürgerlichen Gesellschaft nur Verachtung übrig. Seine Zerrissenheit treibt ihn um, er sucht Zuflucht zum Alkohol und sehnt sich nach Erlösung durch Selbstmord. Halb Mensch, halb Wolf – so sieht er sich selbst. Da sind die Thesen des „Tractats vom Steppenwolf“ Wasser auf seine Mühlen. Das kleine Büchlein, ihm auf der Straße zugesteckt fordert auf zu einem unbedingten und extremen Leben.
Er flieht in die nächtlichen Großstadtstraßen, wo er von Hermine aufgelesen wird. Die androgyne Verführerin eröffnet ihm eine dionysische Erfahrungswelt. Er wird eingeladen in das magische Theater, wo er anstelle des starren Gegensatzes von Mensch und Wolf die Vielgestaltigkeit seiner Persönlichkeit erlebt und seine Seele in eine surreale Bilderwelt zerfällt.
(Bild)
Hermann Hesse hatte in seinem Leben immer wieder Krisen zu bewältigen. So suchte er nach alternativen Lebensformen, erkundete sein Seelenleben und unternahm eine religiös inspirierte Reise nach Indien. Sein magisches Theater verfolgt das Ziel, sämtliche menschliche Gewissheiten in Luft aufzulösen, Zeit und Raum zu transzendieren und seine Besucher einer „sehr undicht gewordenen Wirklichkeit“ auszusetzen. Dem entspricht die Darstellungsweise der Inszenierung von der kühnen Abstraktion über blutigen Naturalismus bis zur absurden Stilisierung.
Gastspiel der Badischen Landesbühne Bruchsal; Inszenierung: Wolf E. Rahlfs

Spieldauer ca. 2 Std. 15 Min. einschließlich Pause nach 70 Minuten