Kinder- und Jugendreihe

Angebote für Schulen:

Kinder- und Jugendtheaterstücke passend zu Ihrem Lehrstoff. Theaterpädagogische Vor- und Nachbereitung.

Das VRM-Büro bietet an, gemeinsam mit Klassenlehrern oder Beauftragten der Schulen, Kinder- und Jugendtheaterstücke der Landesbühnen oder anderen Theatern passend zum Lehrstoff auszusuchen und die Aufführung sowie theaterpädagogische Vor- und Nachbereitung zu organisieren. Sollten Sie die Stücke vorab anschauen wollen, reservieren wir gerne für Sie bei den jeweiligen Theatern Gästekarten.


In der Spielzeit 18/19 bieten wir für weiterführende Schulen folgende Stücke an:

Das Tagebuch der Anne Frank empfohlen ab 8. Klasse,
Anmeldung erforderlich, Dienstag, 12.2.2019, Stadthalle Metzingen
19 Uhr Beginn, 18:30 Uhr Stückeinführung
Eintritt: 22 €, ermäßigt 15 €, Schüler in Gruppen 7 €, VRM-Mitglieder frei

Frances Goodrich, Albert Hackett

Am 6. Juli 1942 taucht die jüdische Familie Frank in einem geheimen Hinterhaus an der Prinsengracht – Vater Otto Franks Bürogebäude – in Amsterdam unter. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in die Niederlande, wohin die Familie 1933 aus Frankfurt geflüchtet war, kann sie dem Verfolgungsdruck nicht mehr standhalten. Zwei Jahre wohnen die Franks auf engstem Raum mit Familie van Pels und dem Zahnarzt Fritz Pfeffer. Die Untergetauchten haben nur das Nötigste zur Verfügung, einzig ihre Helferinnen und Helfer und ein Radio verbinden sie mit dem Rest der Welt. In ihrem Tagebuch, das sie zu ihrem 13. Geburtstag geschenkt bekommen hat, beschreibt Anne Frank den zermürbenden Alltag auf Zehenspitzen und berichtet von der stets präsenten Angst vor dem Entdecktwerden, von Hunger und Gesundheitsproblemen. Sie schreibt aber auch über die Schwierigkeiten mit ihren Eltern und ihre aufkeimenden Gefühle für Peter van Pels. Sehnsüchte und Gedanken einer normalen jungen Frau mischen sich mit beeindruckenden Reflexionen über die Ohnmacht der Juden gegenüber Rassismus und Massenmord durch die Nationalsozialisten.

Die Lektüre von Anne Franks Tagebuch vor dem Theaterbesuch ist nicht notwendig. Gerade das unvoreingenommene, außerordentlich bewegende Theatererlebnis ermöglicht Jugendlichen eine Identifikation mit der gleichaltrigen Anne jenseits ihrer Ikonisierung. Empfehlenswert ist aber ein Einblick in die geschichtlichen Hintergründe insbesondere zur Judenverfolgung und zur Besetzung der Niederlande im 2. Weltkrieg. Hilfreich sind außerdem die Kenntnis von Familie Franks Fluchtgeschichte sowie eine Begriffsklärung von „Untertauchen“, da beides den Bezug zur gegenwärtigen Flüchtlingssituation unterstreicht.
75 Jahre nach ihrem ersten Tagebucheintrag zeigt die WLB Anne Franks Geschichte in einer Koproduktion mit der Jungen WLB als großes Ensemblestück; Regie: Christine GnannStückeinführung


Der Steppenwolf
Schauspiel nach Hermann Hesse,
Anmeldung erforderlich
Mittwoch, 13.03.2019 Stadthalle Metzingen, Beginn 19:30 Uhr, Stückeinführung 19:00 Uhr
Eintritt: 22 €, ermäßigt 14 €, Schüler in Gruppen 7 €, VRM-Mitglieder frei

Der Steppenwolf, das ist der fast fünfzigjährige Harry Haller, ein Außenseiter und Einzelgänger, ein Intellektueller und Sinnsucher, der in einer tiefen Lebenskrise steckt. Er bewundert die Heroen der bürgerlichen Kultur wie Goethe und Mozart, schätzt die saubere Gemütlichkeit, die ihm die Mansarde seines biederen Vermieters bietet, hat aber für die Pflichten und Institutionen der bürgerlichen Gesellschaft nur Verachtung übrig. Seine Zerrissenheit treibt ihn um, er sucht Zuflucht zum Alkohol und sehnt sich nach Erlösung durch Selbstmord. Halb Mensch, halb Wolf – so sieht er sich selbst. Da sind die Thesen des „Tractats vom Steppenwolf“ Wasser auf seine Mühlen. Das kleine Büchlein, ihm auf der Straße zugesteckt fordert auf zu einem unbedingten und extremen Leben.
Er flieht in die nächtlichen Großstadtstraßen, wo er von Hermine aufgelesen wird. Die androgyne Verführerin eröffnet ihm eine dionysische Erfahrungswelt. Er wird eingeladen in das magische Theater, wo er anstelle des starren Gegensatzes von Mensch und Wolf die Vielgestaltigkeit seiner Persönlichkeit erlebt und seine Seele in eine surreale Bilderwelt zerfällt.

Hermann Hesse hatte in seinem Leben immer wieder Krisen zu bewältigen. So suchte er nach alternativen Lebensformen, erkundete sein Seelenleben und unternahm eine religiös inspirierte Reise nach Indien. Sein magisches Theater verfolgt das Ziel, sämtliche menschliche Gewissheiten in Luft aufzulösen, Zeit und Raum zu transzendieren und seine Besucher einer „sehr undicht gewordenen Wirklichkeit“ auszusetzen. Dem entspricht die Darstellungsweise der Inszenierung von der kühnen Abstraktion über blutigen Naturalismus bis zur absurden Stilisierung.
Gastspiel der Badischen Landesbühne Bruchsal; Inszenierung: Wolf E. Rahlfs

Spieldauer ca. 2 Std. 15 Min. einschließlich Pause nach 70 Minuten